KidZ: Ein „lernseitiges“ Innovationsprojekt mit internationalem Vorbildcharakter?

Sowohl das ILE 7+3 Framework, eine Art systemische ‚Blaupause‘ der OECD für die innovative Entwicklung von Bildungssystemen, als auch das Projekt KidZ, ein von 91 Schulen der Sekundarstufe I in Österreich zwischen 2013 und 2017 durchgeführtes Tablet-Projekt, legen den Fokus auf das Lernen, die Lernenden und die Lernprozesse. KidZ ist ein Projekt, das nach den Maßstäben des ILE 7+3 Frameworks zurecht als internationales Innovations-Vorzeigeprojekt bezeichnet werden kann und das hinsichtlich seiner kritischen Reflexion und Fortführung vom Framework argumentierbar profitiert. Umgekehrt wird aus der Sicht des Projekts KidZ ein Ungenügen des ILE-Frameworks sichtbar, insofern der im globalen Maßstab bedeutende Einfluss digitaler Technologien auf Lernen und Bildung im OECD-Framework zu oberflächlich abgehandelt wird. Ein Ungenügen wird aber auch in einem essayistisch-kursorischen Überblick hinsichtlich des lernwirksamen Einsatzes digitaler Technologien im Bildungs- wesen generell deutlich, wobei viele Initiativen, aus unterschiedlichen Traditionen kommend, daran arbeiten, mithilfe von IT in der Pädagogik etwas ganz Neues und Wirksames zu schaffen. Systemöffnung, lernseitiger, wechselweise ehrlicher und offener Diskurs sowie die laufende Fokussierung auf den Kern des Pädagogischen als Beziehungs- und nicht als Befüllungsgeschehen sollten Leitplanken der Weiterentwicklung sein.

Datum

2017

Seiten

85-104

Typ

Full Paper

Zusätzliche Ressource(n)

Zitat

Nárosy, Thomas (2017). KidZ: Ein „lernseitiges“ Innovationsprojekt mit internationalem Vorbildcharakter?. Grünberger, Nina; Himpsl-Gutermann, Klaus; Szucsich, Petra; Brandhofer, Gerhard; Huditz, Edmund; Steiner, Michael (Hrsg.) (2017). Schule neu denken und medial gestalten. S. 85-104. Glückstadt: vwh-Verlag.

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